Shopfloor Management

Digitale Arbeitsanweisungen erstellen: Inhalte, Software und Hardware

Was digitale Arbeitsanweisungen sind, was in sie hineingehört und wie du sie mit passender Software, Hardware und Live-Daten am Arbeitsplatz einführst.

14.10.2026

·

8 Min. Lesezeit

Werker am Tablet mit der Peakboard-Montageanleitung: Arbeitsschritte und Status im Überblick
Das Wichtigste in Kürze
  • Digitale Arbeitsanweisungen zeigen jeden Arbeitsschritt mit Text und Bild auf einem Touch-Display am Arbeitsplatz, bestätigt vom Werker und verknüpft mit Auftrags- und Maschinendaten.
  • Sie lösen die typischen Papierprobleme: immer die gültige Version, die richtige Variante zum Auftrag und lückenlose Dokumentation für Rückverfolgung und Audit.
  • Inhaltlich gehören Geltungsbereich, Material, Arbeitsschritte, Prüfmerkmale, Sicherheitshinweise und Freigabe hinein.
  • Mit Peakboard erstellen Prozessverantwortliche die Anleitungen per Drag-and-drop im Peakboard Designer und betreiben sie on-premises auf der Peakboard Box oder eigener Hardware.
  • Am besten mit einem Arbeitsplatz starten, der ein echtes Problem hat, und dann Station für Station ausrollen.

Mit Peakboard erstellst du digitale Arbeitsanweisungen per Drag-and-drop im Peakboard Designer und bringst sie als interaktive Anwendung auf ein Touch-Display am Arbeitsplatz, verbunden mit Auftrags- und Maschinendaten aus SAP, MES oder SPS. Digitale Arbeitsanweisungen sind die elektronische Form klassischer Arbeitsanweisungen: Jeder Arbeitsschritt erscheint mit Text, Bild oder Zeichnung auf dem Bildschirm, der Werker bestätigt ihn per Touch, und jede Bestätigung wird automatisch dokumentiert.

Was sind digitale Arbeitsanweisungen?

Eine Arbeitsanweisung beschreibt, wie eine Tätigkeit an einem bestimmten Arbeitsplatz Schritt für Schritt ausgeführt wird. Sie ist damit konkreter als eine SOP oder Verfahrensanweisung, die einen Prozess auf übergeordneter Ebene regelt. Bei der Digitalisierung lassen sich drei Stufen unterscheiden:

  1. Papier: Ordner oder Aushang an der Station. Jede Änderung braucht einen Neudruck, Rückmeldungen gibt es keine.
  2. Digitale Dokumente: PDF, Word oder Excel auf einem PC an der Linie. Sie lassen sich leichter verteilen, bleiben aber so statisch wie Papier.
  3. Interaktive Arbeitsanweisungen: eine Anwendung, die zum aktuellen Auftrag die passenden Schritte zeigt, Bestätigungen und Prüfergebnisse erfasst und an ERP oder MES zurückmeldet.

Die typischen Probleme mit Papier löst erst die dritte Stufe.

Vorteile digitaler Arbeitsanweisungen

Papier und PDF funktionieren, solange sich das Produkt selten ändert. Mit steigender Variantenzahl und wechselndem Personal spielt die digitale Form ihre Stärken aus:

  • Immer die gültige Version. Passt die Arbeitsvorbereitung einen Schritt an, sieht jede Station sofort die neue Fassung.
  • Die richtige Variante zum Auftrag. Die Anleitung lädt aus dem aktuellen Auftrag und zeigt genau die Schritte für das Produkt, das gerade montiert wird.
  • Kürzere Einarbeitung. Neue Mitarbeitende und Leihkräfte arbeiten sich mit Bildern und klarer Schrittfolge selbst ein und brauchen seltener jemanden an ihrer Seite.
  • Lückenlose Dokumentation. Jede Bestätigung, jede IO/NIO-Prüfung und jede Störmeldung wird mit Zeitstempel gespeichert. Das erleichtert die Rückverfolgung bei Reklamationen und den Nachweis gelenkter Dokumente im Audit, etwa nach ISO 9001.
  • Daten für die Verbesserung. Welcher Schritt lange dauert, wo Teile ausgeschleust werden und wo Material fehlt, wird sichtbar und fließt in den KVP.
  • Mehrsprachigkeit. In gemischten Teams wechselt der Werker die Sprache direkt am Bildschirm.

Was gehört in eine digitale Arbeitsanweisung?

Die Grundinhalte sind dieselben wie bei jeder Arbeitsanweisung:

  • Geltungsbereich: Arbeitsplatz, Produkt oder Variante und Tätigkeit
  • Material und Werkzeug: Stückliste mit Mengen und benötigte Hilfsmittel
  • Arbeitsschritte: in fester Reihenfolge, je Schritt eine Handlung mit Bild oder Zeichnung
  • Prüfmerkmale: was an welcher Stelle geprüft wird und wann ein Ergebnis in Ordnung ist
  • Sicherheitshinweise: direkt an dem Schritt, für den sie gelten
  • Version und Freigabe: wer die Anweisung wann freigegeben hat

Die digitale Form ergänzt diese Inhalte um Funktionen, die Papier nicht bietet:

  1. Ein Schritt pro Bildschirm mit klarem „Erledigt“-Button, gut lesbar aus der Arbeitsposition.
  2. Auftragsbezug: Die Variante kommt automatisch aus dem ERP.
  3. Prüfungen im Ablauf: IO/NIO-Bestätigung im Moment der Prüfung, bei Bedarf mit Messwert. Wie das aussehen kann, zeigt das Template für eine digitale Qualitätsprüfung.
  4. Problemmeldung am selben Bildschirm: Fehlendes Material oder eine Störung meldet der Werker direkt dort, zum Beispiel per E-Mail oder Microsoft Teams.
  5. Zeit und Fortschritt: sichtbar für Werker und Schichtführung.

Welche Daten der Werker an jeder Station braucht, von ERP-Auftragsdaten bis zu SPS-Signalen, und wie Rückmeldungen zurück ins SAP fließen, beschreibt unser Artikel zur digitalen Werkersteuerung.

Digitale Arbeitsanweisungen erstellen: Schritt für Schritt

  1. Arbeitsplatz mit echtem Handlungsbedarf wählen: viele Varianten, häufige Fehler oder lange Einarbeitung. So lässt sich der Effekt vorher und nachher messen.
  2. Ablauf aufnehmen: mit erfahrenen Werkern die Schritte am Arbeitsplatz durchgehen und für jeden Schritt ein Foto machen.
  3. Schritte formulieren: eine Handlung pro Schritt, kurze Sätze im Infinitiv („Schraube M6 einsetzen“), Fachbegriffe einheitlich verwenden.
  4. Mit einem Template starten: ein vorhandenes Template für Montageanleitung oder Werkerassistenz im Peakboard Designer an die eigenen Schritte anpassen.
  5. Eine Datenquelle anbinden: meist die Auftragsliste aus dem ERP, damit die passende Anleitung automatisch lädt. Maschinendaten können später folgen.
  6. Mit den Werkern testen: Ihr Feedback zu Schrittgröße, Bildqualität und Button-Position gibt den Ausschlag.
  7. Station für Station ausrollen: dieselbe Anwendung wiederverwenden und je Station die Inhalte tauschen.

Welche Software eignet sich für digitale Arbeitsanweisungen?

Es gibt drei gängige Wege:

  • Eigenentwicklung: passt bei sehr speziellen Anforderungen und großer interner IT-Kapazität. Allerdings wird jede Änderung an einem Schritt zum Ticket für die IT.
  • Spezialisierte Software für Arbeitsanweisungen: passt, wenn vor allem viele Anleitungen erstellt und verwaltet werden sollen. Sie ist oft pro Nutzer lizenziert und cloudbasiert, deshalb lohnt der Blick auf die Anbindung an SPS, ERP und vorhandene Hardware.
  • Plattform für Shopfloor-Anwendungen: passt, wenn Anleitungen und Live-Daten aus Maschinen und ERP auf denselben Bildschirm sollen und die Prozessverantwortlichen die Inhalte selbst pflegen.

Drei Fragen helfen bei der Auswahl:

  • Kann jemand ohne Programmierkenntnisse einen Schritt ergänzen, ein Bild tauschen oder eine Variante anlegen? Lass es dir in einer Demo live zeigen.
  • Lässt sich das System an die vorhandenen Daten anbinden? Auftragsdaten liegen meist im ERP, oft SAP, Maschinendaten in der SPS, erreichbar über OPC UA oder MQTT.
  • Wie wird lizenziert? Lizenzen pro Nutzer werden bei drei Schichten und Leihkräften teuer. Lizenzen pro Gerät sind besser planbar: eine Lizenz pro Bildschirm, beliebig viele Werker.

Welche Hardware braucht der Arbeitsplatz?

An der Hardware geraten viele Projekte ins Stocken, weil die Software-Demo auf einem Laptop lief. Diese Punkte gehören in die Planung:

  • Touch-Display: bedienbar mit Handschuhen, gut lesbar aus der Arbeitsposition und so montiert, dass es die Arbeit frei lässt.
  • Rechner für die Anwendung: ein eigener Industrie-PC oder ein vorhandener Windows-PC, ein Tablet oder ein Industriedisplay an der Station.
  • Kiosk-Modus: Die Station zeigt ausschließlich die Anleitung, ohne Desktop und ohne Update-Hinweise mitten in der Schicht.
  • Lokaler Betrieb: Die Anleitungen laufen im lokalen Netz weiter, auch wenn die Internetverbindung ausfällt.
  • Unabhängige Stationen: Fällt eine Station aus, laufen die anderen weiter.
  • IT-Sicherheit: Wie die Geräte im Werksnetz verwaltet, aktualisiert und abgesichert werden, sollte vor dem Pilot geklärt sein.

Peakboard Box oder BYOD

  • Peakboard Box: ein Industrie-PC für ein Display, montiert auf der Hutschiene. Sie verbindet sich direkt mit Maschinen und Sensoren, zeigt die Anwendung im gesicherten Kiosk-Modus und läuft komplett on-premises. Auf der Box läuft Windows 10 IoT Enterprise, die IT kann sie also in die Domäne aufnehmen und wie jedes andere Netzwerkgerät verwalten. Die Lizenz ist im Preis enthalten.
  • Peakboard BYOD: Steht an der Station schon ein Touchscreen, ein Windows-PC, ein Tablet oder ein Industriedisplay, läuft dieselbe Anwendung dort, ebenfalls mit einer Lizenz pro Gerät.

Digitale Arbeitsanweisungen mit Peakboard

Peakboard ist eine Low-Code-Plattform für Anwendungen auf dem Shopfloor, mit der Prozessverantwortliche digitale Arbeitsanweisungen selbst erstellen und pflegen:

  • Templates für eine digitale Montageanleitung und ein Werkerassistenzsystem mit Stückliste, Zeiterfassung und IO/NIO-Prüfung, zu 100 % anpassbar.
  • Drag-and-drop im Peakboard Designer, mit KI-Unterstützung durch Peakbot: Schritte, Aufgaben und Produkte ohne Programmierung ergänzen und direkt mit Live-Daten in der Vorschau sehen.
  • Über 100 Datenquellen, darunter ein für SAP S/4HANA zertifizierter Connector, OPC UA, MQTT und Siemens S7.
  • Betrieb on-premises auf der Peakboard Box oder eigener Hardware.
  • Preis pro Gerät: eine Lizenz pro Display, beliebig viele Nutzer.

Am selben Bildschirm lassen sich weitere Aufgaben abbilden: Gutteile zählen, Aufträge abarbeiten, Andon-Rufe auslösen oder ein digitales Schichtbuch führen. Das Template Werker-Touch-HMI kombiniert Auftragsabwicklung und Stückzählung an einer Station.

Peakboard Designer herunterladen: kostenlos und zeitlich unbegrenzt, ein Download genügt.

Peakboard-Lösung

Digitale Montageanleitung

Jeder Montageschritt auf dem Touchscreen, der Status aktualisiert sich automatisch. Teste das Template mit deinen eigenen Daten.

Was sind digitale Arbeitsanweisungen?

Digitale Arbeitsanweisungen sind Schritt-für-Schritt-Anleitungen, die auf einem Bildschirm am Arbeitsplatz erscheinen. Jeder Schritt kombiniert Text, Bild oder Zeichnung, wird vom Werker bestätigt und kann mit Live-Daten wie dem aktuellen Auftrag oder dem Maschinenstatus verknüpft werden.

Was gehört in eine Arbeitsanweisung?

Eine Arbeitsanweisung enthält den Geltungsbereich (Arbeitsplatz, Produkt, Tätigkeit), Material und Werkzeug, die Arbeitsschritte in fester Reihenfolge, Prüfmerkmale, Sicherheitshinweise sowie Version und Freigabe. Digitale Arbeitsanweisungen ergänzen das um Auftragsbezug, Prüfungen im Ablauf und Problemmeldungen am Bildschirm.

Was ist der Unterschied zwischen SOP und Arbeitsanweisung?

Eine SOP (Standard Operating Procedure) oder Verfahrensanweisung regelt einen Prozess auf übergeordneter Ebene, oft abteilungsübergreifend. Eine Arbeitsanweisung beschreibt die konkreten Handgriffe an einem einzelnen Arbeitsplatz, Schritt für Schritt.

Wie erstelle ich digitale Arbeitsanweisungen ohne Programmierung?

Mit Peakboard entstehen digitale Arbeitsanweisungen per Drag-and-drop im Peakboard Designer, auf Wunsch mit KI-Unterstützung durch Peakbot. Templates für Montageanleitung und Werkerassistenz dienen als Ausgangspunkt und sind zu 100 % anpassbar.

Welche Hardware brauche ich für digitale Arbeitsanweisungen?

Ein Touch-Display an jedem Arbeitsplatz und einen Rechner für die Anwendung. Das kann ein Industrie-PC wie die Peakboard Box sein oder ein vorhandener Windows-PC, ein Tablet oder ein Industriedisplay. Die Station sollte im Kiosk-Modus laufen und im lokalen Netz auch bei ausgefallener Internetverbindung funktionieren.

Lassen sich digitale Arbeitsanweisungen an SAP oder die SPS anbinden?

Ja. Peakboard bietet einen für SAP S/4HANA zertifizierten Connector und unterstützt OPC UA, MQTT und Siemens S7, insgesamt über 100 Datenquellen. So lädt die Anleitung den aktuellen Auftrag und meldet Ergebnisse zurück.

Digitale Arbeitsanweisung oder Werkerassistenzsystem: Was ist der Unterschied?

Die Begriffe überschneiden sich. Arbeitsanweisungen meinen meist die Schritt-für-Schritt-Inhalte. Ein Werkerassistenzsystem ergänzt diese Schritte um Stückliste, Zeiterfassung, Qualitätsprüfungen und Problemmeldungen.

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Author: Peakboard Redaktion

Die Peakboard Redaktion schreibt über Digitalisierung, Datenvisualisierung und Prozessoptimierung in Industrie und Logistik. Der Fokus liegt auf praxisnahen Lösungen, aktuellen Entwicklungen und verständlich aufbereitetem Fachwissen.

Schneebedeckter Berg mit orangefarbener Markierung entlang des Gipfels.
Schwarz-weiß-Bild von schneebedeckten Bergen in einem Tal.
Weiße Wolken vor schwarzem Hintergrund, die in horizontalen Linien verlaufen.
Weiße Wolken vor schwarzem Hintergrund, die in horizontalen Linien verlaufen.