Machine Monitoring & OEE

OPC UA mit Peakboard: Maschinendaten direkt aus der SPS lesen

Was OPC UA ist, wie der Kommunikationsstandard funktioniert und wie Peakboard eine OPC UA-Verbindung zur Maschinensteuerung in wenigen Schritten ohne Programmierung aufbaut.

02.07.2026

·

6 Min. Lesezeit

Peakboard Dashboard einer Produktionslinie mit OPC-UA-Maschinendaten in Echtzeit.
Das Wichtigste in Kürze
  • OPC UA (OPC Unified Architecture) ist der Industriestandard für die Kommunikation zwischen Maschinensteuerungen und übergeordneten Systemen.
  • Ein OPC UA-Server stellt Datenpunkte in einer Knotenstruktur bereit – Peakboard abonniert die relevanten Werte direkt, ohne Middleware.
  • Die Verbindung in Peakboard Designer ist per Konfiguration eingerichtet – kein Code, kein Treiber, kein Zusatztool.
  • OPC UA unterstützt verschiedene Sicherheitsstufen: anonym, Zertifikat-basiert, verschlüsselt.

Peakboard verbindet sich direkt mit dem OPC UA-Server einer Maschine oder SPS, abonniert die relevanten Datenpunkte und bringt Maschinendaten ohne Umweg in Echtzeit ins Dashboard – kein Middleware-Server, kein zusätzlicher Treiber, keine Programmierung. Dieser Artikel erklärt, was OPC UA ist, wie die Verbindung in Peakboard aufgebaut wird und was beim Einstieg zu beachten ist.

Was ist OPC UA?

OPC UA steht für OPC Unified Architecture. Es ist der wichtigste offene Kommunikationsstandard für industrielle Automatisierungssysteme. OPC UA ermöglicht den plattformunabhängigen, sicheren Datenaustausch zwischen Maschinensteuerungen (SPS), Feldgeräten, MES-Systemen und Visualisierungslösungen wie Peakboard.

Im Unterschied zu älteren Standards wie OPC DA ist OPC UA nicht auf Windows beschränkt und läuft auf eingebetteten Systemen, Linux-Servern und Windows gleichermaßen. Die meisten modernen SPS-Hersteller unterstützen OPC UA nativ: Siemens S7-1200/1500, Beckhoff TwinCAT, Allen-Bradley, ABB, KUKA und viele weitere.

Wie funktioniert OPC UA?

OPC UA basiert auf einem Client-Server-Modell. Der OPC UA-Server läuft direkt auf der Maschinensteuerung oder SPS und stellt Datenpunkte – in OPC UA-Sprache: Knoten (Nodes) – in einer hierarchischen Struktur bereit. Ein OPC UA-Client wie Peakboard verbindet sich mit diesem Server, navigiert durch die Knotenstruktur und abonniert die gewünschten Werte.

Drei Konzepte sind beim Einstieg wichtig:

  • Nodes: Datenpunkte in der Knotenstruktur, zum Beispiel Maschine1/Status, Maschine1/Taktzeit, Maschine1/Fehlermeldung. Jeder Node hat einen eindeutigen NodeID.
  • Subscriptions: Peakboard abonniert Nodes und erhält automatisch Updates, wenn sich ein Wert ändert – kein zyklisches Polling nötig.
  • Endpoints: Jeder OPC UA-Server bietet Verbindungsendpunkte mit verschiedenen Sicherheitsstufen an – anonym, signiert oder signiert und verschlüsselt.

OPC UA in Peakboard konfigurieren

Die OPC UA-Datenquelle wird in Peakboard Designer ohne Programmierung konfiguriert. Die wesentlichen Schritte:

  1. Neue OPC UA-Datenquelle anlegen und die Server-URL eintragen. Format: opc.tcp://[IP-Adresse]:[Port], zum Beispiel opc.tcp://192.168.1.10:4840.
  2. Endpunkt auswählen: Peakboard listet alle verfügbaren Endpunkte des Servers. Für den Einstieg genügt oft „None“ (kein Sicherheitsprofil). Im Produktionsbetrieb sollte mindestens „Sign“ verwendet werden.
  3. Zertifikat: Auch bei anonymem Zugriff benötigt Peakboard ein Client-Zertifikat zur Identifikation. Im Designer kann dieses Zertifikat in wenigen Klicks direkt erstellt werden.
  4. Verbindung testen: Ein Klick auf „Verbinden“ prüft die Verbindung. Bei Erfolg öffnet sich der Subscriptions-Dialog mit der vollständigen Knotenstruktur des Servers.
  5. Nodes auswählen: In der Knotenstruktur die relevanten Datenpunkte auswählen und zur Subscription hinzufügen. Peakboard zeigt die Werte sofort live an.

Was kommt nach der Verbindung?

Sobald OPC UA-Daten in Peakboard fließen, stehen alle Standardfunktionen zur Verfügung: Datenpunkte können direkt an Steuerelemente gebunden werden (Text, Ampel, Gauge, Fortschrittsbalken). Peakboard-Skripte können auf Wertänderungen reagieren – zum Beispiel um bei einem Fehlercode automatisch eine Meldung auszulösen. Zustandsänderungen können per Stored Procedure in eine SQL-Datenbank geschrieben werden, um einen Data Historian aufzubauen. Und Grenzwertüberschreitungen können ein Andon-Signal auslösen.

OPC UA vs. S7-Direktzugriff

Peakboard unterstützt neben OPC UA auch den direkten S7-Zugriff auf ältere Siemens-Steuerungen (S7-300, S7-400, S7-1200). Der Unterschied: OPC UA ist der standardisierte, herstellerunabhängige Weg und wird von allen modernen Steuerungen unterstützt. Der S7-Direktzugriff ist die Lösung für Bestandsanlagen, bei denen kein OPC UA-Server verfügbar oder konfiguriert ist. Beide Verbindungsarten lassen sich in einem Peakboard-Projekt parallel nutzen.

Vom OPC UA-Signal zum Andon-Board

Der häufigste erste Use Case nach einer OPC UA-Anbindung: Maschinenstatus in Echtzeit auf dem Shopfloor sichtbar machen. Peakboard abonniert den Status-Node der Maschine – RUN, STOP, SETUP, FEHLER – und zeigt ihn sofort auf einem Andon-Board an. Ohne Verzögerung, ohne manuelle Eingabe, ohne Middleware. Wenn mehrere Maschinen per OPC UA angebunden sind, entsteht daraus automatisch eine Linenübersicht – der erste Schritt zum vollständigen Machine Monitoring.

Datenanbindung

OPC UA mit Peakboard

Wie Peakboard OPC UA-Verbindungen konfiguriert, welche Sicherheitsstufen unterstützt werden und welche Maschinen direkt angebunden werden können.

Was ist OPC UA?

OPC UA (OPC Unified Architecture) ist ein plattformunabhängiger Kommunikationsstandard für industrielle Automatisierungssysteme. Er ermöglicht den sicheren, herstellerunabhängigen Datenaustausch zwischen Maschinen, SPS und übergeordneten Systemen wie Peakboard.

Welche Maschinen unterstützen OPC UA?

Die meisten modernen Maschinen und SPS unterstützen OPC UA nativ: Siemens S7-1200 und S7-1500, Beckhoff TwinCAT, Allen-Bradley CompactLogix, KUKA-Roboter und viele weitere Hersteller.

Brauche ich einen zusätzlichen Server für OPC UA mit Peakboard?

Nein. Peakboard verbindet sich direkt mit dem OPC UA-Server der Maschine oder Steuerung. Kein Middleware-Server, kein KEPServerEX oder ähnliches Zusatztool nötig.

Was ist der Unterschied zwischen OPC UA und dem alten OPC DA?

OPC DA war Windows-only und auf DCOM angewiesen, was Netzwerkkonfiguration fehleranfällig machte. OPC UA ist plattformunabhängig, läuft auf Linux und Embedded-Systemen, unterstützt Verschlüsselung nativ und ist der aktuelle Industriestandard.

Wie werden Sicherheitszertifikate bei OPC UA in Peakboard verwaltet?

Peakboard Designer erstellt Client-Zertifikate direkt per Klick. Das Zertifikat muss anschließend auf dem OPC UA-Server als vertrauenswürdig markiert werden – ein einmaliger Schritt, danach läuft die Verbindung automatisch.

Was ist der Unterschied zwischen OPC UA und S7-Direktzugriff in Peakboard?

OPC UA ist der standardisierte Weg und wird von allen modernen Steuerungen unterstützt. S7-Direktzugriff ist die Lösung für ältere Siemens-Steuerungen ohne OPC UA-Server. Beide können in einem Peakboard-Projekt parallel genutzt werden.

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Author: Peakboard Redaktion

Die Peakboard Redaktion schreibt über Digitalisierung, Datenvisualisierung und Prozessoptimierung in Industrie und Logistik. Der Fokus liegt auf praxisnahen Lösungen, aktuellen Entwicklungen und verständlich aufbereitetem Fachwissen.

Schneebedeckter Berg mit orangefarbener Markierung entlang des Gipfels.
Schwarz-weiß-Bild von schneebedeckten Bergen in einem Tal.
Weiße Wolken vor schwarzem Hintergrund, die in horizontalen Linien verlaufen.
Weiße Wolken vor schwarzem Hintergrund, die in horizontalen Linien verlaufen.